Foto des Tages Nr. 34 - Erinnerung an einen tollen Film

 
Schon eine ganze Weile hatte ich vor, in die Stadt zu fahren. Ich wollte zu einem ganz bestimmten Gebäude. Das heiße Wetter hat mir aber dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei 30 Grad und mehr mache ich das natürlich auch nicht mehr.
 
Das Kino International ist ein Großraumkino an der Karl-Marx-Allee, nicht weit ab vom Alexanderplatz. Es wurde 1963 eröffnet und diente in der DDR bis 1990 als Premierenkino. 
Als Zeugnis der architektonischen Moderne steht das Kino seit Beginn des 21. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Durch seine leichte und luftige Funktionalität unterscheidet es sich grundlegend von den in den 1950er Jahren fertiggestellten Gebäuden der Karl-Marx-Allee.
 
Oft war ich hier nicht drin, denn es war einfach zu weit weg von zu Hause, aber einen Film habe ich mir sogar drei Mal angesehen. 
 
Der Film, um den es hier geht, war in der DDR ein gigantischer Erfolg und löste im Sommer 1989 – also nur wenige Monate vor dem Mauerfall – ein echtes "Dirty Dancing"-Fieber aus.
Obwohl es sich um eine rein US-amerikanische Produktion handelte, kam der Film im Sommer 1989 offiziell in die Kinos der DDR. Die große DDR-Premiere feierte er im berühmten Kino International in Ost-Berlin.
Schätzungen zufolge lockte der Film in der DDR rund 4,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Für viele Jugendliche war die Geschichte um Baby und Johnny ein Symbol für Freiheit, Sehnsucht und Aufbruch. 
Genau wie im Westen stürmten die Jugendlichen danach die Tanzschulen, um die Schritte und vor allem die berühmte Hebefigur nachzutanzen.
Der Hype war so groß, dass das DDR-Fernsehen (DDR 2) ab dem 1. September 1989 sogar die US-amerikanische Dirty Dancing-Serie innerhalb des beliebten Jugendmagazins Elf 99 ausstrahlte – und damit sogar schneller war als das westdeutsche Fernsehen (RTLplus zog erst im Dezember nach).
Der Film traf den nervösen, erwartungsvollen Zeitgeist dieses letzten DDR-Sommers perfekt und ist für viele Menschen, die damals im Osten aufgewachsen sind, eine prägende Jugenderinnerung.
 
Ich war zwar zu dieser Zeit dem Jugendalter schon entwachsen, aber dieser Film hat sie mir wieder ein Stück weit zurückgebracht. Genauso wie es heute noch nicht nur die Musik aus diesem Film, sondern auch viele der anderen alten Schlager immer noch machen.
 
 

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