Foto des Tages Nr. 41 - Ein Stadttor, das keines ist

 
Was heute als „Frankfurter Tor“ weltbekannt ist, bezeichnet eigentlich einen monumentalen Platz, der durch seine einzigartige DDR-Architektur zu einem der markantesten Wahrzeichen der Hauptstadt wurde.
Die beiden imposanten, symmetrischen Türme, die den Platz einrahmen, ziehen sofort alle Blicke auf sich. Sie wirken wie ein gigantisches Eingangstor zur historischen Karl-Marx-Allee. Entworfen wurden sie in den 1950er Jahren vom berühmten DDR-Architekten Hermann Henselmann. Wer genau hinsieht, erkennt das historische Vorbild: Henselmann ließ sich beim Entwurf der markanten Kuppeln ganz bewusst von den Türmen des Deutschen und Französischen Doms auf dem Gendarmenmarkt inspirieren. Architektonisch sind die Gebäude ein Paradebeispiel für den Sozialistischen Klassizismus
 
 

 
Der Name des Platzes führt historisch gesehen ein wenig in die Irre. Das echte, ursprüngliche Frankfurter Tor existierte zwar, stand jedoch rund 800 Meter weiter westlich (auf Höhe des heutigen U-Bahnhofs Weberwiese). Es war Teil der Berliner Akzisemauer aus dem 18. Jahrhundert und markierte den Weg in Richtung Frankfurt (Oder). Als Berlin Ende des 19. Jahrhunderts rasant wuchs, wurde die alte Stadtmauer samt Tor abgerissen. Erst 1957 erhielt der heutige Platz zu Ehren des historischen Standorts seinen offiziellen Namen zurück.
Heute ist der Platz eine lebendige Schnittstelle zwischen der Karl-Marx-Allee, der Frankfurter Allee sowie der Warschauer- und Petersburger Straße. Das gesamte architektonische Ensemble steht aufgrund seiner zeithistorischen Bedeutung unter strengem Denkmalschutz und zieht täglich Architekturbegeisterte aus aller Welt an. 
 

Kommentare

  1. Irgendwie wirken die Türme auch ein bisschen wie Leuchttürme, liebe Jutta. Eine sehr imponierende Architektur. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas wie sozialistischen Klassizismus gibt. Man lernt doch immer noch dazu.
    Herzliche Grüße – Elke

    AntwortenLöschen
  2. Eine Bauart, die historische und moderne Elemente miteinander verbindet. Die Gebäude selbst erinnern ein wenig an den Nachkriegs(platten)bauten, die Türme mit ihren Säulen scheinen vom Baustil her eher einer früheren Zeit anzugehören.

    Lg gabi

    AntwortenLöschen
  3. Das sind wirklich zwei beeindruckende Türme liebe Jutta, schön das du uns sie zeigst.
    Weißt du was ich auch interessant finde, dass sind die Straßenlaterne links, und die moderne Laterne rechts auf dem Foto. Dazu fällt mir das Lied ein.
    Vor der Kaserne, vor dem großem Tor, stand eine Laterne( Marlene Dietrich ). " Lili Marlen " hieß der Titel und meine Mama sang ihn immer, wenn sie kochte. Grins
    Ganz liebe Grüße zu dir
    Christine

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärt ihr Euch aufgrund der neuen Richtlinien zum Datenschutz (DSGVO) mit der Speicherung und Verarbeitung Eurer Daten durch meine Website einverstanden.