Die neueste Generation der U-Bahn - hier ein Zug beim Halt am Bahnhof Hellersdorf - wurde in zwei Baureihen hergestellt: Baureihe JK (Kleinprofil) und Baureihe J (Großprofil). Die unterschiedliche Breite der Züge ist historisch begründet.
Als die private Hochbahngesellschaft (Siemens & Halske) um 1900 die ersten U-Bahnen baute, orientierte man sich an den damals üblichen Maßen von Straßenbahnen.
Da unklar war, ob der märkische Sandboden Berlins überhaupt stabil genug für Tunnelbauten war, wählte man möglichst schmale Tunnel und flache Aushebungen, um die Baukosten gering zu halten und das Risiko zu minimieren.
Nach der Jahrhundertwende wuchs Berlin extrem schnell zur Millionenmetropole. Das alte Kleinprofil stieß sehr schnell an seine Kapazitätsgrenzen. Die Stadt Berlin übernahm den Bau neuer Linien (wie der Nord-Süd-Bahn, heute U6). Sie beschloss, künftige Strecken direkt mit breiteren Tunneln und längeren Bahnsteigen zu bauen, um deutlich mehr Menschen transportieren zu können.
Die Spurweite bei beiden Profilen sind gleich, nur die Breite der Züge ist unterschiedlich. Als in den 1920er-Jahren die ersten Großprofil-Tunnel fertiggestellt wurden, gab es aufgrund wirtschaftlicher Engpässe noch nicht genügend breite Großprofil-Züge.
Die BVG behalf sich, indem sie schmale Kleinprofil-Wagen auf den Großprofil-Strecken einsetzte. Damit die Fahrgäste beim Einsteigen nicht in den Spalt zwischen Wagen und Bahnsteig fielen, schraubte man Holzbretter an die Türschwellen der Züge – im Berliner Volksmund wurden diese spöttisch „Blumenbretter“ genannt.
Die Züge der neuesten Großprofil-Baureihe J fahren seit dem 30. April 2026 im regulären Fahrgastbetrieb auf der Berliner U-Bahn-Linie U5 - meiner Hauslinie sozusagen. Schrittweise werden sie nun hier unter anderem die älteren Züge sowie die vorübergehend auf der U5 genutzten Kleinprofil-Fahrzeuge ablösen.
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Interessant. Das mit der Spurweiten wäre meine Frage gewesen, wenn du es am Ende nicht erklärt hättest. Und das mit dem Sandboden ist ja auch spannend. Was es da immer so alles zu bedenken gibt oder jedenfalls früher gab. Heute kann man diese Dinge wahrscheinlich im Vorfeld sehr viel besser klären.
AntwortenLöschenHerzliche Grüße – Elke
Hallo Jutta,
AntwortenLöschenbei den Kölner Verkehrsbetrieben ist die Spurweite auch mit der gültigen Norm 1435 für Schienenfshrzeuge überreinstimmend, natürlich sind die Straßenbahnzüge in der Breite kleiner als z.B. die S-Bahn.